Ja, nun bin ich ja doch mal wieder dazu gekommen, über die story unseres Viecherls zu schreiben.
Der letzte Artikel war nicht sehr glücklich und ich war es eben auch nicht. Ich mußte mein heißgeliebtes Lieschen ( also den Beagle-Basset) ins Tierheim bringen. Zur kurzen Geschichte: Lisa oder Lieschen konnte nicht alleine bleiben- sie wurde von meiner Vorgängerin, bevor diese das Haus verließ immer zur Einschüchterung verprügelt.
Dementsprechend ängstlich war der Hund also, wenn wir das Haus verließen. Alles versucht, Geduld-Spucke-lebenslange eigene Hundeerfahrung. Nichts. Unsere 4jährige Lady frass sich durch alles, was sie fand. Was für mich immer ersesetzbar war. Schlimmer aber war die ewige Jaulerei und Kläfferei.
In unsererm unmittelbarem Umfeld leben nur Rentner. Man kann sich vorstellen, wie die auf mich warteten, wenn ich von der Arbeit kam…
Zu guter letzt- also im Oktober 2009 trieb sie es auf die Spitze und biß sich durch die Leine um dann in größter psychischer Not die Couch bis aufs Eisen zu zerfetzen.
Öhm- Beagles´Charaktereigenschaften zielen übrigens darauf ab, nicht alleinbleiben bzw dominieren zu wollen (da ist der Basset wohl ein bissken untergegangen….)
Da dachte ich nur noch daran, dass es dem Tier in diesem Zustand bei uns nicht mehr gutgehen kann. Und es uns rein moralisch und ethisch nicht gutgeht, dem Tier weiterhin diese psychische Belastung des “Alleinseins” anzutun. Sie war nach wie vor traumatisiert und wir hatten nichts dran ändern können.Wir bzw ich hatte trotz aller Geduld, Mühe und Liebe versagt.
Schuld daran- also am Tierheim- war wohl indirekt ich. Auf sämtlichen Anzeigen-Seiten hab ich offen und ehrlich über Lieschens Störung geschrieben, nicht alleine bleiben zu können. Dementsprechend war natürlich die Resonanz gleich null oder garnix.
Zurück zum Oktober:
Dann meldete sich eine Dame aus Hannover. Sie wäre wild in Lieselottentiers Bild verschossen und würde den Hund- da sie Tagesfreizeit hätte- sofort bei sich aufnehmen.
Bestimmt 30 mal haben wir hin- und hertelefoniert bis ich dann das Gefühl hatte: Jo, das wird okay sein, so wie´s ist. ( einen Menschen per Telefon “kennenzulernen” ist genauso dämlich und naiv wie die “Riesenliebe aufgrund eines Chats im Netz zu finden….my honest opinion….).
Ergo: wir uns Sonntags das Auto geschnappt, Möter ( halb Mensch halb Köter), Kind, Körbchen rein und zum vereinbarten Treffpunkt nach Osnabrück.
Wer nicht oder riesig zu spät kam war die Dame. Den Telefonterror den sie anschließend mit uns veranstaltete mag ich nicht beschreiben. Das absolute NO GO. Derart fanatisch. Militant. Mich beschimpft gemobbt und beim örtlichen privaten Tierschutz gemeldet. Jau. Ich- die Tierquälerin….
Das brauchten wir alle grad noch: ne richtig militante “Tierschützerin”.
Zurück zum Thema….Nach zwei Stunden Warten gaben wir auf und machten uns auf den Rückweg. Ich drängte meinen Mann dazu, in Essen am Tierheim anzuhalten, allein aus dem Gedanken heraus: Sonst schaffen wir es nie, sie abzugeben…In Essen konnten sie Lieselotte nciht nehmen, da wir aus der Nachbarstadt sind. Es war Sonntag gegen 19h00- unser städtisches Heim war zu. ALSO: den Hund mit Tränen in den Augen wieder mit heim.
Ja, zwei Wochen haben wir alle noch gelitten, uns die Haare gerauft um auf ein Lösung zu kommen. Jeden Strohhalm gepackt. Son Tier gibt man nicht einfach “MAL EBEN” ab. Grad ich nicht, waren es doch immer meine Seelentröster, meine besten Freunde. Kein Mensch könnte mir nach meiner Vita so ein Gefühl vermitteln wie ein Hund.
Dann machten wir einen Fixtermin. Dienstag darauf geb ich den Hund ins Heim. Diesen Blick, diesen unsagbaren letzten Blick werd ich wohl auch nicht mehr soo schnell vergessen.
Dennoch: welch HAPPY END. Lieschen ist nach knapp 5 Tagen im Tierheim zurück zu ihrer Züchterin gekommen. Diese war nämlich ehrenamtlich Spatziergängerin mit den Hunden im Heim und fand Lieselotte dort. Was ich nicht wußte: Die züchterin hatte einen Vertrag mit meiner Vorbesitzerin, in dem verankert war, dass Lisa zu ihr-also der Züchterin zurückkommt, wenn meine Vorbesitzerin den Hund abgeben will.
So konnte sie “meinen” Lieselottenmöter direkt mitnehmen und zu den ebenfalls noch anwesenden Wurfeltern bringen.
Gott ich war dankbar. Sowas von dankbar. Ich habe einen Bekannten im 0,5 Euro-Job im Tierheim, der mich über diese Sachlage informiert hatte.
Momente wo Schmerz und Glück mal wieder aufeinandertreffen. Ich bin so froh sie in endgültigen Händen zu wissen.
Danke Lieschen. Dank für alles.