In den Kindergärten wird ab August 2008 ein neues Betreuungssystem eingeführt. Ab dann können Eltern Betreuungszeit für ihre Kinder „buchen“. 25, 35 oder 45 Stunden begleitete Aufbewahrung für ihren Nachwuchs erkaufen. Das bisherige System,- morgens hinbringen und heute mal zu mittag essen lassen, morgen jedoch nicht, fällt weg. Den Eltern wird durch die starre Buchung jegliche Flexibilität geraubt. Brauch ich also morgen mal mehr Zeit als bis 12 Uhr und möchte mein Kind bis 14 Uhr betreut wissen,- habe aber nur bis 12 Uhr gebucht (25 Wochenstunden), dann hab ich Pech gehabt. Und der Job oder was sonst ich morgen vorhatte, fällt eben ins Wasser.
Kann ich mir als Mami oder Papi als 400 Euro- Jobber hohe Betreuungszeit ( angesichts der heutigen schon immensen Kiga- Gebühren…) nicht leisten, paß ich eben mehr zuhause auf mein Kind auf. Oder laß es gleich ganz zuhaus, geb den Job auf und mach´s mir mit Peter dem 4. gemütlich. Oder laß das Amt vorstrecken, die´s sich hinterher dann von mir zurückholen.
Die Höhe der Kosten, die auf die Eltern pro Betreuungsstunde zukommt, ist laut Angaben der Bundesregierung nach oben hin variabel. Angeblich sollen jetzt schon einige Kigas ausgebucht an höchsten Betreuungsstunden sein, die Arbeitslosigkeit bei Frauen abgenommen und alles wunderbar sein.
Geht ja bald auf die Wahlen zu.
Großer Fakt hier vor Ort: Zwei von vier Gruppen sind in unserem Kiga geschlossen- von 9 Erzieherinnen sind 5 krank. Betreut wird mein Kind von hilflosen Praktikantinnen. Zahl ich dann die Fehlstunden der Betreuer mit oder kann ich sie wegen nicht erbrachter Leistung hinterher wieder abziehen? Wahrscheinlich nicht- was die Sadt bzw. das Jugendamt hat, das hat sie erst mal. Und wer der Blauäugigkeit der Regierung glaubt, glaubt auch, dass Uri Geller wirklich zaubern kann.
Als letztes Jahr die große Demo gegen das KiBiz (Kinderbildungsgesetz) in Dummdorf war, kriegte unser Kindergarten grad mal nen Bus voll mit Gegnern. Aber hätten 20, 30 Eltern mehr es geschafft, das Gesetz zu kippen? Ich glaube nicht.
Nix desto trotz- Kibiz hin oder her: Mein Kind kommt im August in die Grundschule- dieser Kelch geht Gott sei Dank an uns vorbei. Was uns in der Grundschule an Reformen und Unfug erwartet, weiß ich noch nicht. Wie auch immer: die Armen sind am Ende die kiddies…
Sind ja bald Wahlen…