Heut möchte ich mal über Dinge berichten, die vielen Menschen tagtäglich und immer wiederkehrend passieren obwohl in den Medien etc. ständig vor solchen fiesen Machenschaften gewarnt wird. Am schlimmsten trifft es meist alte Mitbürger, die sich überrollen lassen (auch vom Tempo der Zeit) und die Youngster, die nicht hören wollen/ können oder es eben nicht anders beigebracht kriegen.
Da geht es um die Oma, die sich freut, dass endlich ein ihr unbekannter Enkel mal anruft und nach Kohle fragt. Das es einen solchen Enkel nicht gibt, weiß sie angeblich nicht und fragt auch nicht nach, bevor sie dem vermeintlichen Enkel das sauer Ersparte in die Hand drückt.
Oder: Teenies tappen immer wieder in die Internetfalle, landen auf sites wo sie nur durch einen Klick gebührenpflichtige „Mitglieder“ sind und dann Mami und Papi, falls vorhanden, mit Rechnungen und abgeschlossenen Verträgen überhäufen. Warum das passiert? Hat den Kiddies keiner beigebracht, dass unter all den lustig blinkenden Bannern immer noch ein Text namens KLEINGEDRUCKTES zu lesen ist?
In Tageszeitungen und Wochenblättchen wird immer wieder davor gewarnt, bei gewissen Stellenanzeigen in Vorkasse zu gehen um für die „Firma“ arbeiten zu können. Dennoch zahlen Tausende von Menschen irgendwelche „Materialgebühren“ vorab und wundern sich, hinterher nix mehr von der tollen Stelle, geschweige ihrem Geld zu hören…
In Geldinstituten war oder ist seit langem eine Masche, am Bankautomaten eine Blende vor den Karteneinzug zu kleben oder eine Kamera zu installieren, um so die Daten des Kontoinhabers und den PIN herauszukommen. Die Bankkunden wunderten sich natürlich, dass später ihr Konto leergeräumt war. Tausende Male berichtete die Presse von solchen Vorfällen. Wenn ich heut in einer Riesenwarteschlange vor dem Bankomat steh, seh ich nicht einen, der mal hochguckt oder am Karteneinzug zieht, um zu sehen, ob der evtl. locker angebracht ist.
Ein allen bekanntes Auktionshaus lockt Betrüger förmlich an. Da bietet ein Verkäufer neueste Elektrogeräte zum exorbitant billigem Preis an. Ja, da kann man schon mal nen Schnapp machen, gelle? Einen kritischen Blick ins Bewertungsprofil dieses Verkäufers hätte oftmals schon ausgereicht, um dem Käufer beizubringen, dass hier nur einer ein Schnäppchen macht- nämlich der VK mit dem Geld des Käufers. Aber dann steht der Käufer hilflos mit zahlreichen Postings im Forum und beklagt sich, das SO was auf so einer renommierten Plattform passiert. Oder kurz gesagt: Hinterher ist das Geheule groß. Wer ist dann schuld, stellt sich die Frage: Der Käufer, der als Schnellschießer nicht lesen kann oder will oder das Auktionshaus, das lediglich die Plattform stellt und einfach nur handeln läßt, wie es der freie Markt draußen nicht anders macht?
Jeder, der im Internet unterwegs ist, weiß: die Schar der Menschen, die nur Dein „Bestes“ wollen ist groß. Da wird zuhauf gewarnt, wie gefährlich es ist, seine Bankgeschäfte ungesichert online zu tätigen. Dabei genügen schon ein paar kleine Tricks um solche Betrügereien zu unterbinden. Anstelle seine Bank jedesmal über Google etc. suchen zu lassen, womöglich noch mit dem derzeit unsichersten Browser IE, und so auf eine vielleicht gefakte site zu kommen, gibt man die http(s) adresse der Bank in seine Adressleiste ein, vergewissert sich, dass er richtig gelandet ist und setzt dann ein bookmark. Demnächst geht er nur noch über dieses Lesezeichen in den Login und ist sicher, NICHT auf einer falschen Seite zu agieren. Cookies werden nur von der besuchten Site angenommen und nach Erledigung beim Schließen des Browsers gelöscht. So simpel. Vielleicht zu simpel- weiß man nicht. Danach löscht er die history (den Verlauf), die Speicherung privater Daten und räumt ordentlich auf. Seit Jahren arbeite ich mit Opera- mir ist so was noch nicht passiert . ( Denke an ACID Test etc.)
Seit Dezember 2007 hat das Sozialgericht Kassel den Argen die Auflage gemacht, Fahrtkosten auch unter dem festgesetzten Betrag von 6 Euro zu erstatten, wenn die Klienten zu Beratungsterminen eingeladen werden. In einem Schreiben der Arge vom März 2008 finde ich immer noch den Passus, dass Fahrtkosten unter 6 Euro NICHT erstattungsfähig seien. Ein Fahrkarte hin und zurück kostet hier im Ruhrgebiet 4,20. Der Tagessatz liegt bei +/- 4,25. Also lieber hungern an diesem Tag und zur Arge fahren? Wobei ich meine, dass die Einladungen immer öfter zum Monatsende…na, lassen wir das. Wenn keiner sich traut, dem zu widersprechen, lacht die Arge sich noch Weihnachten 2020 scheckig angesichts der eingesparten Gelder.
Bei Veranstaltungen, Festen, Messen oder Märkten, aber auch in Rätselheften gibt es zuhauf Infostände/ Coupons mit verlockenden Gewinnversprechungen. Einfach Karte ausfüllen, Adresse, Name, Alter etc. drauf und hoffen, dass man nun endlich auch mal die Gewinnerseite des Lebens betritt. Nachdem man dann wochenlang nix von einem Gewinn gehört hat, hakt man die Hoffnung auf eben solchen ab und das ganze gerät in Vergessenheit. An diesen Gewinnspielen nehmen übrigens tagtäglich Millionen Menschen teil. Der „seröse“ Veranstalter denkt natürlich nicht im Traum daran, Dir einen Gewinn zu übermitteln. Nein, jetzt hat er erst mal Deine persönlichen Daten und kann Dich nach Lust und Laune mit Werbung und Telefonanrufen bombardieren. Mach Dir einen Spaß draus: Gib einen falschen Vornamen an, notier´ Dir, bei welchem Unternehmen Du das getan hast und harre der Dinge die da kommen. Und sie werden kommen. Ganz bestimmt. Aber dann kannst Du aktiv gegen denjenigen vorgehen. Ob das was bringt bleibt abzusehen, aber um auszuprobieren, wie die strategische Verfolgung wirtschaftlicher Interessen funktioniert, lohnt sich das allemal.
Ja richtig. Genau so ist das hier in unserem Land. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wenn der Bürger einen (vermeintlichen) Schaden hat wird laut gejammert. Und die anderen kringeln sich vor Schadenfreude.