Vor zwei Jahren habe ich mir als Mama mit Bildungs- und Erziehungsauftrag einen „Ein- Euro-Job“ gesucht und diesen auch gefunden.
Im Kindergarten meiner Tochter wurde händeringend eine Küchenkraft gesucht. Ich hab sofort zugegriffen, mich drauf gefreut. Um 8 Uhr das Kind in den KiGa-Stall, um 10 Uhr zur Arbeit und um 14 Uhr beide zusammen nach Hause- einfach perfekt auf uns und unsere Situation zugeschnitten.
Da die evangelische Kirche nicht bereit war und ist, dem Kindergarten eine 400 Euro Kraft zu finanzieren, obwohl die Mittagsspeisung ein Regeldienst ist, war der KiGa auf eine sogenannte Gemeinwohlarbeit angewiesen.
Zum Halbjahr habe ich diesen Job nochmal auf 6 Monate verlängert. Der Arbeitgeber und ich haben überlegt wie aus dieser Stelle eine 400 Euro- Stelle zu machen sei. Alles haben wir probiert und gedreht und gewendet- nichts. Es fehlten die Gelder und die Kirche argumentierte schlichtweg: Solange es 1 Euro Kräfte gibt, die hier arbeiten können, nehmen wir diese und sparen uns den Rest. Ökonomisch verständlich, moralisch verwerflich?????
Gegen Ende der Maßnahme wurde ich bei der Arge vorstellig- vielleicht konnten die ja aus der 1-Jahres-Stelle etwas längeres machen. Fehlgeschlagen. Jeder 1-Euro-Jobber hat nur Anspruch auf max. 12 Monate Arbeit, damit die anderen auch zum Zuge kommen.
Ich hab mich gefragt, ob ich evtl Ähnlichkeit mit Mutter Teresa hab um so an das Arbeitswohl anderer zu denken. Und es standen keine Scharen vor der Tür um genau diesen Job für 1 Euro zu machen. Nein ich durfte nicht mehr weiterarbeiten und stand so nach genau 12 Monaten wieder ausserhalb des Erwerbslebens.
Jetzt versucht mich der Fallmanager der Arge ganz verkrampft und profilneurotisch in irgendeinen (Küchen- Bewerbungs) -Kurs SEINER Vorstellung zu zwängen, weil ich sonst nicht vermittelbar bin. Da hab ich mir pflugs eine Weiterbildungsmaßnahme gesucht – das paßt ihm natürlich auch nicht.
Da stellt man sich die Frage wer hier wohl die ernsthafteren Probleme hat. Sind es die Arbeitslosen, die Fallmanager ausserhalb jeglicher Realität oder Vater Staat?