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Seit drei oder vier Monaten haben wir ne neue Nachbarin. Sie arbeitet in der Firma meines Mannes und suchte während ihrer Arbeitszeit verzweifelt nach ner Wohnung. Bei ihr würde ihr angeblich immer der Strom geklaut werden, so dass sie dringenst umziehen müsse. Bei uns im Haus war ein Appartment frei und mein Mann steckte ihr das, -so nett und hilfsbereit, wie er ist.

Kurzum: der Umzug dieser Frau von ihrer Wohnung im sozialen Randgebiet -( 90% Ausländeranteil, Hatz 4- Almosen- Verschwender und sonstiges, nicht einzuordnendes kriminelles Volk)- in unser kleines, feines Haus wurde in unserer Wohnung mit unserem Compi, unseren Nerven und unserem Telefon gemanagt.

Die Dame wohnte noch keine Woche hier als der Trouble mit ihr anfing. Ich hab  vorher schon mal dezent verlauten lassen, dass „die“ wohl nicht ganz „sauber“ ist“ , sprich mental nicht so ganz auf der Höhe zu sein scheint. Aber mir wollte man ja nich´glauben! Wir hatten ihr einen elektrischen Herd hingestellt, den ich sonst bei iiihhbähh versteigert hätte. Ein netter feiner Herd mit Riesenbullauge vor dem Backofen. Der stand dann tagelang vor ihrer Tür und bekam dort Kinder. Als ich sie darauf ansprach meinte sie, sie könne den Herd nicht brauchen, da er KEINEN Backofen besitze. Schluck. Verdutztguck und an die Psychiatrie in Oberhausen denke… Also der Herd zurück nach oben in unseren Flur und dann dem nächsten „Psycho-Nachbarn“ geschenkt.

Gekocht wird bei ihr mit GAS. Ich hasse Gas, Gasflaschen und die Brände, die durch Gas entstehen. Wir wohnen im Dachgeschoß mit einem 6- jährigen Quälgeist, und die kocht mit GAS??  Wir sind die einzigsten im Haus, die sich stolze Besitzer eines Feuerlöschers nennen- nun hat das auch seine Bestätigung. Dennoch bleibt die Angst. Bei ihrem Einzug hat die 4 oder 5 Flaschen Gas in ihre Hütte geschleppt und wir fühlen uns hier wie auf ner tickenden Zeitbombe. Ihren anfänglichen Strom hat sie sich aus ner Autobatterie gezogen, deren Säure heut noch im Hausflur rumwabern würde, hätte man ihr nicht dezent gesagt, dass man das wirklich wegmachen kann.

Aus ihrem Wahn vor Stromdieben rennt sie alle 20 Minuten aus ihrer Kaschemme an den Sicherungskasten und knippst die Sicherungen an und aus.  Behauptet dann, wir hätten ihren Stromkasten eingetreten (Ööhhh?) Und damit sie auch sieht, wer hier aussem Haus (!!!) ihr evtl. den Strom klauen könnte, läßt sie mit penetranter Beharrlichkeit ihre Wohnungs- Stalltür auf. Gut- an sich nix schlimmes- haben wir vor ihr auch oft getan. Warum auch nich´, gelle…ABER DANN fängt die Gute an, kreative Mahlzeiten auf ihrem Gasöfchen zu brutscheln und beim ersten Mal hab ich gedacht ich kotz ihr gleich vor die Füße- so ätzend hat das gestunken. Und klar: diese Koch- und ihre eigenen Ausdünstungen ziehen alle nach oben zu uns ins Dachgeschoß- mit voller Breitseite. Selbst die Wäsche auf´m Speicher nebenan kringelte sich vor Elend ( sprich der Gestank von ihr hing drin).

Mehrmals drauf angesprochen, sie möge doch bitte ihre Wohnungstür schließen- zumindest bei den multinationalen Kochversuchen, wurden wirklich rotzfrech ( und passend dem Slang von da, wo sie herkam- also asozial) zurückgewiesen. Ich drohte ihr mit einem Anruf bei der Vermieterin- tangierte sie überhaupt rein garnicht. Gut. Ich die Vermieterin angerufen, ihr unser Leid geklagt, diplomatisch auf die „psychische Befindlichkeit“ der neuen Mieterin hingewiesen und um Abhilfe gebeten. Ein paar Tage lang ging alles gut: Die Tür war zu, sie war ruhig ( leider bestätigte sich mein Wunsch, sie möge, da sie nie lüftet, an ihrem eigenen Gestank erstickt sein, nicht…) aber dann ging alles von vorne los. Mein Mann sachte, dass hätte sie schon wieder alles vergessen. Genauso wie sie vergißt, wann sie arbeiten muß und Krankenscheine nun wohl Alltag werden.

Ich dachte schon sehr zeitig an ein Hinweisschild in der Mitte des Flures unter uns:

„JOHANNITER-HOSPITAL, PSYCHIATRIE, Station P 4″ Zur Erläuterung: Das Johanniter ist, wie oben schon erwähnt,  in Oberhausen und  das einzigste mit dieser Spezifikation hier in der Nähe. Die Psychiatrie verfügt über 4 Stationen- P1 geschlossene bis P4 mit Ausgang. Wenn es jemand kennt, dann ich. Und deshalb weiß ich auch, wie diese Psychos ticken, hab sie schließlich selber oft genug erlebt. Ja und da der direkte Nachbar neben ihr im Frühjahr wegen seiner Saufereien ebenfalls dort Halt machte, dachte ich, ein Hinweisschild wäre doch ganz im Sinne von allen Normalos. (Achtung! Sie betreten hier die Danger Zone- Irre mit Auslauf-auf eigene Gefahr). Vielleicht kommt das noch. Das Schild mein ich.

Die sitzt ja selbst im Glashaus- mögen böse Zeitgenossen jetzt denken. Falsch. Ich weiß, dass ich bekloppt bin und erscheine deshalb auch in der Öffentlichkeit als reflektierte, intelligente Person. So wirklich „richtige Psychos“ differenzieren nicht mehr zwischen Scheinwelt und Realität- es gibt keine Grenze, alles verschwimmt ineinander.

Irgendwann hab ich ihr mal in nem Wutanfall ( ich impulsives Wesen….) an den Hohlraum über ihrem Hals geworfen, wie ätzend asozial sie doch wäre. Asozial in eigentlichem, ürsprünglichem Sinne- nämlich ohne Rücksicht auf andere. Sie hatte glaub ich in den Mülltonnen gewühlt und alles zusammengeschmissen warmgemacht. Anders kann man sich son nen Geruch nicht erklären… Der Gestank dieses „Essens“ hat mich wirklich fast komatös betäubt,- selbst die Lütte und der Köter rümpften entsetzt die Nasen.  Also wieder die Vermieterin angerufen und vor Wut zitternd nochmals die Situation erklärt.

Der ganz böse, fahrlässige Hammer kommt letzte Woche von ihr und damit hat sie sich keine Freunde gemacht. Erstmal, als wichtiges Indiz sei der Vollmond zu nennen. D.h. der alkoholkranke Nachbar neben ihr frühmorgens schon dicht wie Hulle. Und sie hattet wohl auch gepackt. Ich sitz hier seligst angesichts des himmlischen Friedens ( Mann arbeiten, Kind Schule, Köter mit -Leckerchen bestochen- schnarchend in ihrem Stall) am  Compi und mach son bissel homework als das Telefon schellt. Die  Vermieterin dran. Smalltalk- man versteht sich gut und kann über alles miteinander reden. „Jaaa, die Frau <Psycho> – ich nenn ja keine Realdaten-hat sich über Sie beschwert.“ Ich noch im Scherz: „Was haben wir angestellt und wat wird et Sie kosten?“ Die Vermieterin lacht: „Jaaa, die Frau <Psycho> meint, Sie ( ich und mein Göttergatte) wären schon dreimal in ihre Wohnung eingebrochen und sie hätte jetzt schon zum 3. Male das Schloß wechseln müssen.“ Ich glaub et hackt. Ich komm humoristisch so richtig in Fahrt (ich hab das Talent, mir immer alles bildlich vorzustellen,- so auch hier…) und meine noch zu ihr:“ Wissen Sie doch, dass ich grad die Schlosserlehre mach und ein Übungsfeld brauch….“ -ohne momentan die Ernsthaftigkeit der Situation auf den Punkt zu bringen. Wir, die <Normalos> Profi- Einbrecher? Gasöfchen- Diebe? Autobatterie-Langfinger? Betten- Klauer? ÖHHMM….:))

Zusammen mit der Vermieterin fachsimple ich über dieses doch eigentlich typisch grenzwertige,  zwangsneurotische Verhalten ( Wahn) und nach dem Satz „wie werden wir DIE denn wieder los“ überleg ich, ob ich der Frau <Psycho> nicht selber mal was schmackhaftes kochen sollte. Mit Haldol oder kleinem, wohldosiertem Valeron- Zusatz… Also aufgelegt mit dem Versprechen, mir bezüglich des Loswerdens was einfallen zu lassen und meinen Mann auf der Arbeit angerufen. Währenddessen höre ich die Gestörte eine Etage unter mir pseudomäßig an ihrem Wohnungsschloß herumfingern und der Besoffene von nebenan gibt lallend seine Kommentare dazu. Nurnochkopfschüttelnkann….:))

Kurz umrissen schildere ich ihm, was die  Bekloppte sich nu´ wieder hat einfallen lassen. Gelassen, wie er ist,  so reagiert er auch- der zeitweilig beste aller Ehemänner. Kaum ist er zuhause, erzählt er mir, was die <Psycho> zwischenzeitlich auf der (gemeinsamen) Arbeitsstelle getrieben hat: Und zwar kam sie mit nem Hackenporsche ( so ein Einkaufswagen mit Rollen), der ihre Bettwäsche inkludierte,  zur Arbeit und behauptete dort, dass man in ihrer Wohnung eingebrochen habe und in ihrer (Bett-) Wäsche immer ein Mann gelegen habe/ liegen würde. Der Rückschluß: sie meint meinen Mann ohne es auszusprechen und jeder der anderen Angestellten weiß nun bescheid…Klar- Psycho- Logik: Wo keine (Bett-) Wäsche ist, da kann auch keiner drin liegen. Dann wird zwangs-schlussfolgernd die Wäsche eben mitgenommen. Nachvollziehbar.Schlüssig. ODER NICHT?  Und der Gatte indirekt mal eben vor allen Leuten des Einbruchs beschuldigt.

Meinem Mann reichen die Faxen jetzt und er schreibt am gleichen Abend noch eine Strafanzeige und gibt sie am Tag darauf bei der Polizei ab. Die Sache rollt nun erst mal. Jetzt ist sie nicht nur städtisch/ gesundheitsamtlich bekannt, sondern auch polizeilich. Meine Nerven liegen ziemlich blank. Du kannst ja nicht alles auf ihre „Krankheit“ schieben- der wilde Westen beginnt hier…

Dann sucht sie sich mich aus. Ich komm so ahnungslos mit´m Köter vom Frühspatziergang, als sie, wie abgepaßt, direkt vor mir ihre Stalltüre aufreißt und mich mit erhobenen Händen bedroht, ich hätte ihr Handykabel geklaut. Ich hab nur nach meinem Mann geschrien, damit er diese Szene bloß mitkriegt. Hätte mir ja sonst keiner geglaubt, so ne Story. Angst hatte ich keine, nur ne schlichte, unbegreifliche Wut.  Stell Dir vor, die greift die Lütte an? Oder jagt vor Wut die ganze Hütte mit ihrem Gas in die Luft? Langsam reicht et.

Nächster Akt nach diesem: sofort an das Telefon und erneut die Dame vom Psychiatrischen Dienst und natürlich unsere Vermieterin angerufen. Die eine kommt ruck zuck zu uns raus und gibt uns Ratschläge, wie wir sie am besten aussem Haus kriegen, die andere ist fassungslos und fragt, wie wir sie denn am besten aussem Haus kriegen könnten…unglaublich, die Story-.

Puuhh… drei, vier Tage Ruhe hier- die Psycho hat sich eingeschlossen, geht nicht arbeiten und läßt sich von ihrem Erfüllungsgehilfen und Co- Abhängigen ( der Trinker nebenan) Grundnahrungsmittel ( Wein und Zigaretten) besorgen. Sie verhält sich soo ruhig, dass ich erneut unruhig werde. Von Anfang an sach ich noch, die ist ne tickende Zeitbombe, die Frau. Vorige Woche seh ich den Brief von der Polizei in ihrem Postkasten, ein Tag lang, den zweiten, den dritten. Am vierten ist er dann raus. Der Brief. Also muß sie die Anzeige jetzt realisieren. In stiller Lähmung- ne, eigentlich- Habachtstellung, erwarten wir hier die nächste brisante Szene. Aber nach dem Besuch der Stadtdame (vom Psych. Dienst) und nach diesem Brief scheint sie wohl erstmal wie gelähmt. Ich würde eher sagen: DIE RUHE vor DEM STURM…

Wir haben vorgestern mal ein bißchen gegoggelt und rausgefunden, dass sie mit ihrem Ex- / Mann zusammen in Afrika Brunnen gebaut hat. Schade, dass sie nun, aus welchen Gründen auch immer, so abdreht- ihre Vita wäre sicherlich spannend und interessant gewesen und ich hätte ihr gerne zugehört. Wirklich. Und ich hab auch Mitleid mit ihr, schiebe mehr und mehr auf ihre Psychose. Das ist nicht gut, denn wie die Psychologin sagte: Die können sich bei aller Krankheit nicht benehmen wie die Axt im Walde. Und wenn da andere drunter leiden schon mal garnicht. Und die bestimmt hier im Haus schon die Stimmung. Unglaublich.

Das Über-Ich ist die intrapsychisch verlängerte gesellschaftliche Autorität“ sachte Habermas mal. Oder war et Buddha oder Freud oder- ach wat soll et- Frauchen gib`mir endlich Chappi!

Everlast-Santana: Babylon Feeling- und weil´s so geil ist, die Lyrics gleich hinterher…

My heart is broke, my will is gone
Fell in love with a woman named Babylon
She hook me to the gills all of her forbidden thrills
I call her baby for short then I ramble on
She’ll forget about me

My soul is high, my mind is free
Met a shorty with some back call her Destiny
She showed me all my fates, my stream of conscious navigates
I orbit around the sun at high velocity
Don’t forget about me, don’t forget about
Sweet things won’t you save my soul
Pretty lady, won’t you take me home [X2]…tonight

My arms are heavy, my body’s tense
Got the hot’s for this honey named Confidence
She points out all of my flaws, breaking all of her favorite laws
Never speaks a word in my defense, just forget about me

My spirit’s weak, my lust will thrive
Got a thing for this bitch said her name’s a lie
She controls me with her fear, my prayers fall on her cold deaf ear
She says have a good time and take your dive
Just forget about me, just forget about
Sweet things, won’t you save my soul (yeah)
Pretty lady, won’t you take me home
Sweet thing won’t you save my soul (yeah)
Pretty lady won’t you take me home…tonight
I’ve got a Babylon feelin’, I’ve got a Babylon feelin’
I’ve got a Babylon feelin’, I’m feelin’ Babylon

My heart is broke, my will is gone
Fell in love with a woman named Babylon
She hook me to the gills, all of her forbidden thrills
I call her baby for short then I ramble on, and I ramble on
I’ve got a Babylon feelin’, I’ve got a Babylon feelin’
I’ve got a Babylon feelin’, feelin’, feelin’, yeah [X4]

Nirvana- Come as you are

Lenny Kravitz- I´ll be waiting

Metallica´s Until it sleeps

Onkelz- Der Himmel kann warten..

Onkelz- Koma

Onkelz- Für immer

Ich bin schon ein bißchen bekloppt. Mal mehr. Mal weniger. Jo, das geb ich zu und weiß das selbst am besten. Und grad weil man das weiß, ist es nicht immer leicht, über seinen eigenen Schatten zu springen und gewisse Dinge zu ändern.

Ich bin eine „Austherapierte“. (ich sach doch ich bin bekloppt…). Als Kleinkind bei Pflegeeltern, als Teenie wegen suizidalen Handlungen in der Psychosomatik, danach wieder in einer Kleinfamilie, als junge Frau mehrmals wegen Suff- Aktionen (ritzeln, Feuerwehr rufen, „ich bring mich mal wieder um- Situationen), Magersucht und bulimische Attacken in der Psychatrie, dazwischen noch Langzeittherapie im Westerwald, ambulante Therapie vor Ort, Tagesklinik, Suchthilfezentrum, gesprächsgruppen  und und und. Jetzt kann ich nicht mehr. Und will auch nicht mehr.

Warum?

Die Kunst der Politik ist: einem absolut unsinniges und nicht nachvollziehbares als die beste Lösung zu verkaufen….versucht Frauchen ja auch: Hält mir nen Salatblatt hin und will es mir als Kotelett unterjubeln….

So. Jetzt bin auch ich herzlich willkommen gehießen worden. Im Kreise der allmächtigen Schulkindmütter. Jau und jiphiee. Für die Lütte freut es mich- und für mich erst… Zeigt es doch nur: Mensch, wie schnell die Zeit vergeht. Und: Puh, noch 12 Jahre, dann schmeißt Du diese  kleine Zicke raus. Oder- noch schöner: Und wieder nen Jahr mehr auf´m Buckel. Dem eigenem.

Ja, wie gesagt: Schule. Erste Klasse. Unterrichts- Stundenzahl pro Woche: Satte 18. Mal von 8- 11, mal von 9-12 Uhr. Fehl- und Krankheitszeiten der Lehrerin ( die ja auch nur ein Mensch ist…) überhaupt noch nicht berücksichtigt. Ogata kostet Geld. ( Ogata= offene Ganztagesschule). Die wäre bis 16 Uhr. Gut, als Peter´s Arbeitnehmer wird man diesbezüglich noch unterstützt und bekommt aufgrund der Basis von “ jedem Kind eine warme Mahlzeit“ der Bundesregierung einen Rabatt. Das wäre eigentlich zu machen. Aber:

Find mal als Hausfrau und Mutter einen Job in den oben angegebenen Zeiten. Geh mal zu nem Arbeitgeber und knall ihm Deine Forderungen vor den Latz:“ wenn ich anfange, dann nur in der Zeit von…bis… und Sie haben mich gefälligst freizustellen, wenn das Kind krank- verunfallt-schulfrei-Lehrerausfall- hat. Und dann guckt Dich der Chef an und Du hast gleich gewonnen. An unglaübigem Kopfschütteln. Vor allem hast Du als Jobsuchende heutzutage erst mal überhaupt rein  garkeine Forderungen zu stellen. Überhaupt keine. Im Gegenteil,- froh und glücklich sollst Du sein, überhaupt „dort“ arbeiten zu dürfen.

Da steht man dann mit seinem kurzem Hemd: Kein Job, der kompatibel mit der Zeitplanung Deines Kindes ist, der abwertende Blick anderer beim „Geständnis“ nur Hausfrau zu sein und der Arbeitsvermittler, für den das Kind wohl ein Grund, aber noch lange kein Hindernis ist, sich endlich zu bewegen.

Manchmal bin ich einfach nur noch müde…

Mach ich jetzt auch: Kauf mir Betreuungszeit bei Frauchen.  Da will sie dann auch wat für- soll sie vom Leckerchen-Konto abziehen…

In den Kindergärten wird ab August 2008 ein neues Betreuungssystem eingeführt. Ab dann können Eltern Betreuungszeit für ihre Kinder „buchen“. 25, 35 oder 45 Stunden begleitete Aufbewahrung für ihren Nachwuchs erkaufen. Das bisherige System,- morgens hinbringen und heute mal zu mittag essen lassen, morgen jedoch nicht, fällt weg. Den Eltern wird durch die starre Buchung jegliche Flexibilität geraubt. Brauch ich also morgen mal mehr Zeit als bis 12 Uhr und möchte mein Kind bis 14 Uhr betreut wissen,- habe aber nur bis 12 Uhr gebucht (25 Wochenstunden), dann hab ich Pech gehabt. Und der Job oder was sonst ich morgen vorhatte, fällt eben ins Wasser.

Kann ich mir als Mami oder Papi als 400 Euro- Jobber hohe Betreuungszeit ( angesichts der heutigen schon immensen Kiga- Gebühren…) nicht leisten, paß ich eben mehr zuhause auf mein Kind auf. Oder laß es gleich ganz zuhaus, geb den Job auf und mach´s mir mit Peter dem 4. gemütlich. Oder laß das Amt vorstrecken, die´s sich hinterher dann von mir zurückholen.

Die Höhe der Kosten, die auf die Eltern pro Betreuungsstunde zukommt, ist laut Angaben der Bundesregierung nach oben hin variabel. Angeblich sollen jetzt schon einige Kigas ausgebucht an höchsten Betreuungsstunden sein, die Arbeitslosigkeit bei Frauen abgenommen und alles wunderbar sein.

Geht ja bald auf die Wahlen zu.

Großer Fakt hier vor Ort: Zwei von vier Gruppen sind in unserem Kiga geschlossen- von 9 Erzieherinnen sind 5 krank. Betreut wird mein Kind von hilflosen Praktikantinnen. Zahl ich dann die Fehlstunden der Betreuer mit oder kann ich sie wegen nicht erbrachter Leistung hinterher wieder abziehen? Wahrscheinlich nicht- was die Sadt bzw. das Jugendamt hat, das hat sie erst mal. Und wer der Blauäugigkeit der Regierung glaubt, glaubt auch, dass Uri Geller wirklich zaubern kann.

Als letztes Jahr die große Demo gegen das KiBiz (Kinderbildungsgesetz) in Dummdorf war, kriegte unser Kindergarten grad mal nen Bus voll mit Gegnern. Aber hätten 20, 30 Eltern mehr es geschafft, das Gesetz zu kippen? Ich glaube nicht.

Nix desto trotz- Kibiz hin oder her: Mein Kind kommt im August in die Grundschule- dieser Kelch geht Gott sei Dank an uns vorbei. Was uns in der Grundschule an Reformen und Unfug erwartet, weiß ich noch nicht. Wie auch immer: die Armen sind am Ende die kiddies…

Sind ja bald Wahlen…

Gestern haben wir gedacht: So´n  tolles Wetter: Da laß uns mal mit´m Fahrad zum Schwimmen nach Hamborn fahrn. Ich, die alte 37- jährige Frau und das Kind, das 5 vor sechs – jährige ( 5 vor sechs- heißt einen Monat vor ihrem 6. Geburtstag- siehe die Uhr und ihr Zifferblatt…)

Jo, dann kommen wir , von Meiderich aus fahrend, in Hamborn an. Absperrungen überall, Hubschrauber über uns, und ständig dieses Krankenwagen- Feuerwehr- und Polizeiwagen- TATÜTATA. Wir mußten also nen Umweg fahren und kamen am Schwimmbad „Rhein_Ruhr- Bad“ um 16 H 15 an.

Da sind wir aber schon fast eine Stunde lang durch die „Gift“- Brühe gefahren. Unfall bei Grillo. Schwefeldioxid- Auslauf. Grillo ist ein Chemiewerk, das sich um die Herstellung von Kosmetik und Zellstoffen für  Windeln etc . kümmert. : Originalton:“Die Kernkompetenz rund um das Zink stand und steht im Fokus der Grillo-Werke AG. Zinkmetallurgie und Schwefelchemie gehören vom Ursprung her zusammen, sind die beiden Elemente Zink und Schwefel doch die wesentlichen Komponenten der Ausgangserze. So besteht in der derzeitigen Produktion immer noch ein naturgegebener Zusammenhang.“ Zitat ende. Bei diesem Unfall wurden zwei Mitarbeiter verletzt.

Noch nie in den drei Jahren Kindergarten mußte ich meine Lütte vorzeitig abholen, weil sie krank ist. Sie ist ne ‘ toughe`( auf deutsch ne starke) , eine, die weiß “ bis Mama oder Papa mich abholen halte ich durch“. Heute war ein Novum. Um 10 h 45  rief mich der Affenstall- sprich KiGa an und bat mich meine Tochter abzuholen. Halsschmerzen, Kopfweh, Fieber,  Gliederschmerzen… Jetzt liegt sie hier fiebrig auf der Couch. Nicht akut, 39,0,- aber immerhin. Bis morgen früh warte ich ab.

Ich hab heut vormittag  mal vorsichtshalber zwei Leutchen von „die Linke“ informiert. Na klar ist da ein Zusammenhang. Zwischen Fieber, Halsweh und Giftunfall. Wen aber sonst würde es interessieren, wer sonst würde sich drum kümmern, und- noch wichtiger: Welche Parteikönntest Du sonst anrufen und Deinen Kummer loswerden ??

Die Bürger Marxlohs rund um die Bremenstr. wurden evakuiert. Sie haben die Menschen in die Rhein- Ruhr- Halle verfrachtet. Spätere Messungen ergaben: Die Werte des Schwefeldioxids auf den Toiletten der R-R- Halle  waren wesentlich erhöht. Hat man den Leuten übrigens erst später gesagt…

Uns am Rhein- Ruhr- Schwimmbad und dem angrenzendem Box- Verein hat man ( mal wieder) nichts gesagt. Erinnert mich an  den Unfall in Köln- Worringen. Wenn dort engagierte Journalisten nicht weiter im Dreck gewühlt hätten, wüßten die Bürger heut, nach knapp nem Monat, noch nicht, dass das, was da aus dem Werk kam hochgradig giftig war ( Blausäure..)

Die Menschen regen sich nicht auf, das solche Sachen passieren. Wo Chemie- Werke stehen werden Unfälle geschehen.  Dessen sind sich wirklich alle bewußt- auch wenn die Industrie meint, die Bevölkerung wäre dumm.

Sie regen sich auf, das hier die Informationspflicht versagt, dass wie in Köln die HINHALTETAKTIK angewandt wird.

Angefangen hat das mit dem Kotzen mit 17/ 18. Weiß der Teufel, wie man darauf kommt…Nicht extrem, aber hin und wieder ging kein Weg dran vorbei. An der Schüssel. Du kotzt dich aus bist du leer bist. Vollkommen leer, so willst du fühlen, so sein- leer und kalt. Gefühllos. Atemlos. Weg von Dir.

Na klar, bist jung, fühlst Dich so irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch, bist groß und trotzdem noch klein- pubertäre Vorstellungen treffen auf erwachsene Realität…mag man jetzt sagen. Ich bin heute 37. Ich tu´s immer noch.
Ich war damals nicht dick, fett oder das, was man heute so nennt oder vorschreibt, ne, ich hatte nur Probleme damit, Konflikte anders zu lösen. Ich war ein zweischneidiges Schwert. Eine Borderlinerin- eben eine Grenzgaengerin.

Manifestiert hat sich die Sache, als ich nach einer wirklich großen, gescheiterten Liebe so mit 24, mir nichts dir nichts aus meiner eigenen, ersten kleinen Wohnung zu irgendeinem Typ flüchtete, den ich kaum kannte.

Zu der Zeit war ich, (nach meiner Speditionskauffrau- Aussbildung bei der Rheinkraft/ Thyssen), Filialleiter- Assistentin in der Gauselmann- Spielautomaten- Gruppe Espelkamp. Mit 24. Ich hätt was werden können, gelle? So kam ich mit diesem Typ vom NeanderDorf zur Altstadt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu später mehr.

Jaaa…die große Liebe weg, der Job weg, die eigene Wohnung weg. Ich hab´s entschieden. Mehr oder weniger willen- und gedankenlos. Aber die Verantwortung war mir schon klar. Zu der Zeit kannt ich dann auch nur noch eins: Ins Auto setzen und fahren. Bloß „Weit weg“ ( Kennern sagt der Songtitel was, hoff ich…)

Mein Urteil. Dieser Mensch war ein zwanghafter Spieler und krankhafter Neurotiker. Kennst Du den Spruch: „Eifersucht ist die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“. Der war schlimmer, echt, der hat, wenn er nicht grad spielen war, 8 Stunden in der Spielhalle (wie paradox, gelle), in der ich danach jobbte, gesessen und einfach nur gewartet, dass mich ein Mann auf Wechselgeld anspricht. Drauf gewartet, dass er mich genau dafür später verprügeln kann. Er hat dann hinterher noch viel schlimmere Sachen mit mir vorgehabt und auch durchgezogen- aber dafür ist es jetzt noch zu früh ( zum öffentlichen „aufmachen“ mein ich…)

Ja und so erstickte ich dran. An ihm, an seinem ganzen Trouble, am Essen. Ich dachte: nur so, wenn Du dünner wirst, kriegt irgendjemand da draußen mit, dass es dir nicht gutgeht. Was könnte man sonst so deutlich nach außen tragen wie Gewichtsverlust? Reden???? Worte sind Schall und Rauch…..Mitgekriegt haben es alle, aber die hatten auch ihre eigenen Probleme und dachten nicht im Traum daran, irgendjemandem anderen näher zu sein als sich selbst.

Bei 43 kg wurd ich langsam (körperlich) schwach, mit 40 zog ich saft- und kraftlos zurück zu meiner Mutter. Aber da war ich psychisch schon hoffnungslos mit allem überfordert. Meine Mutter war zu der Zeit Schaustellerin und Marktbeschickerin, also spannte sie mich erst mal so richtig ein. Sie ließ mich fahren. Mit einem VW-LT28 Camping- Monster mit Überdach und Doppel- Achser- Anhänger. Nach Bayern, Donau-Inselfest in Wien oder Fischmarkt in Greetsiel. Sie hatte immer was in petto… Ware einkaufen in Spanien, Wochenende in St. Georg im Schwarzwald, Spielwaren- Messe in Nürnberg.. so und nicht anders wußte sie, mt ihrer psychisch- problematischen Tochter umzugehen, sie unter Kontrolle zu halten. Wie hätte sie es anders wissen sollen- was ist schon ein bißchen abnehmen aus Liebeskummer gegen den Schmerz der Welt. Die Diskrepanz war , dass sie mich damit in meiner Sucht förderte, mich unterstützte, denn:

Es war wirklich eine Höllen- Ackerei und totale Hetze, ein Streß sondergleichens- aber grade die Malocherei und die extrem körperliche Anstrengung tut einer Bulimikerin ja bekanntlich immer gut. So war ich auch bei ihr die Beste…die Fleißigste…die (dünnste…) Und warum wohl?

Ich möchte kurz anmerken, dass meine Schwester adipös ist- also genau wie ich an einer Eßstörung erkrankt ist.

Richtig gefühlt hab ich mich seit der Farce mit diesem Typen nie mehr. Es sei denn ich war betrunken. Und das war ich seitdem oft. Kontrolliert. Unkontrolliert, Aber immer öfter. Hab ich nicht gekotzt, hab ich gesoffen. Hab ich gesoffen, dann war ich so satt, dass ich nix mehr essen konnte, folglich auch nicht mehr kotzen mußte, T.V. Kaiser hätte gesagt: EIN TEUFELSKREIS. Recht hätte er. Gehabt. In meiner Langzeittherapie hab ich später Gott sei Dank auch noch andere (hauptsächlich Frauen) mit ner Doppeldiagnose getroffen- und ich dachte schon, ich allein wäre so komisch…

Die Wahrheit ist wie ein Elementarteilchen- nicht weiter zerlegbar…

Niemals, wirklich niemals hätte ich gedacht „da“ mal zu landen. Drauf angewiesen zu sein. Diesen einen Essensausgabe- Tag als Start und Ziel der Woche zu betrachten und alles andere drum herum zu strukturieren. Wie der Titel es schon sagt. „Da“- das ist die Tafel. Die Tafeln in Deutschland. Die Speisung der Menschen, die´s von Hartz allein nicht schaffen. Die Sammlung und Verteilung von abgelaufenen oder kurz davor stehenden Nahrungsmitteln an Bedürftige. Wäre an der Zeit, diesen Begriff neben Professor, Dr. und Ingenieur etc. zu etablieren. Hört sich doch auch mal ganz gut an: ICH bin Bedürftige, und DU?. Alles Auslegeware, Ansichtssache, ne Frage der Definition.

Aber wie sagte irgendjemands Oma noch: Kind-sach niemals nie. So dem.

Du glaubst, Du kannst das nicht? DAS hast Du nicht nötig? Was sollen denn die Leute denken? Abgelaufenes Essen essen, und dann noch mit Kind? Da wo die Brückenbrüder auch immer hingehen, um neben Flüssigem auch einmal in der Woche Festes in den Bauch zu bekommen???? Du glaubst, das kann Dir nie passieren?
Oh, und wie Du kannst. Erst kommt der Hochmut- dann der Fall.

Ich war vorher schon reflektiert genug, um solche Institutionen wie die Tafeln inDeutschland zu achten und als oftmals lebensnotwendig zu betrachten. Meine eigene Kindheit war stets von Geldnöten, oftmals sieben Tagen Nudeln/ Woche und Betteleien um Geld bei den Eltern meiner Klassenkameradin begleitet. Permanente Stromlosigkeit. Kälte. Hunger. Armut. Das alles waren also schon damals keine Fremdworte für mich. Im Nachhinein sollte ich für diese Erfahrungen dankbar sein, haben sie mich doch für den Kampf um Geld und den langen Weg von Monatsanfang bis Monatsende mehr als reichlich sensibilisiert. Mich mißtrauisch gemacht gegenüber Menschen, die auch immer nur mein Bestes wollen.

Vor ca. drei Jahren kam dann ( siehe Beitrag in „Arge(r) Wahn) unsere persönliche Konfrontation mit dem Wahnsinn. Der Absturz. Das erste Mal „Tafel“ werd ich niemals vergessen.Schwarz mit der Tram, weil wir kein Fahrgeld mehr hatten. Die Eiseskälte. Die Scham im Gesicht und das Elend vor Augen.

Wenn wir es besser gewußt hätten, wären wir anderthalb Stunden eher da gewesen. So standen wir hinter unzähligen Menschen mit Tüten, Taschen, Koffern und Trolleys direkt an der Straßenecke. MITTEN auf dem Gehweg, AUF öffentlichem GELÄNDE, für alle einseh- und begutachtbar. Na, wer steht denn wieder bei der Tafel an??????

Wir rafften erst mal gar nicht, was hier los war. Diese Art der Indiskretion kannte ich nicht. Ich kam mir vor wie eine Kleinkriminelle, die aufpassen mußte, dass keiner sie erkennt. Den Blick zum Boden, das Gesicht zur Wand gedreht warteten wir glaub ich über ne Stunde bis wir endlich ins Warme kamen. Gott ich war fix und fertig. Und zutiefst erniedrigt. Man kriegt das schlecht nachvollzogen was man da fühlt, wenn man´s nicht selbst mitgemacht hat.

Vollkommen orientierungslos an die Theke der Tafel und ziemlich erleichtert, dass keiner sonderlich Aufhebens um uns machte. Na klar, für die Angestellten waren wir nur neue Klienten. Mehr nicht. Nix Aufregendes. Wieder ein paar Hartz 4- Opfer mehr. Gut, mit Kleinkind- da setzt die Tafel im Gegensatz zur Arge wesentlich höhere Prioritäten.

Die Arge sieht das Kind als Störfaktor,  es steht für Jobablehnung, für faule Mütter, die Sex haben, aber  nicht arbeiten wollen oder für andere Sozialabgrasungen und bewilligen dem Kind dementsprechend nur einen Bruchteil an Tagessatz zum Über- Leben. Oder man das Kind nur bekommen hat, um „endlich mal einen richtigen Feldzug gegen Sachbearbeiter der Arge führen zu können. Sie  an ihrer eigenen, privaten  Geldbörse packen zu können“!!! Herrlich, wie schön persönlich diese Angestellten ihren Job ausüben….Aber Tafel hin, Arge her, man bleibt im Grunde doch Bittsteller. Nur die Art und Weise der Arge, mit Menschen umzugehen, ist eine diffamierend andere.

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