Seit drei oder vier Monaten haben wir ne neue Nachbarin. Sie arbeitet in der Firma meines Mannes und suchte während ihrer Arbeitszeit verzweifelt nach ner Wohnung. Bei ihr würde ihr angeblich immer der Strom geklaut werden, so dass sie dringenst umziehen müsse. Bei uns im Haus war ein Appartment frei und mein Mann steckte ihr das, -so nett und hilfsbereit, wie er ist.
Kurzum: der Umzug dieser Frau von ihrer Wohnung im sozialen Randgebiet -( 90% Ausländeranteil, Hatz 4- Almosen- Verschwender und sonstiges, nicht einzuordnendes kriminelles Volk)- in unser kleines, feines Haus wurde in unserer Wohnung mit unserem Compi, unseren Nerven und unserem Telefon gemanagt.
Die Dame wohnte noch keine Woche hier als der Trouble mit ihr anfing. Ich hab vorher schon mal dezent verlauten lassen, dass „die“ wohl nicht ganz „sauber“ ist“ , sprich mental nicht so ganz auf der Höhe zu sein scheint. Aber mir wollte man ja nich´glauben! Wir hatten ihr einen elektrischen Herd hingestellt, den ich sonst bei iiihhbähh versteigert hätte. Ein netter feiner Herd mit Riesenbullauge vor dem Backofen. Der stand dann tagelang vor ihrer Tür und bekam dort Kinder. Als ich sie darauf ansprach meinte sie, sie könne den Herd nicht brauchen, da er KEINEN Backofen besitze. Schluck. Verdutztguck und an die Psychiatrie in Oberhausen denke… Also der Herd zurück nach oben in unseren Flur und dann dem nächsten „Psycho-Nachbarn“ geschenkt.
Gekocht wird bei ihr mit GAS. Ich hasse Gas, Gasflaschen und die Brände, die durch Gas entstehen. Wir wohnen im Dachgeschoß mit einem 6- jährigen Quälgeist, und die kocht mit GAS?? Wir sind die einzigsten im Haus, die sich stolze Besitzer eines Feuerlöschers nennen- nun hat das auch seine Bestätigung. Dennoch bleibt die Angst. Bei ihrem Einzug hat die 4 oder 5 Flaschen Gas in ihre Hütte geschleppt und wir fühlen uns hier wie auf ner tickenden Zeitbombe. Ihren anfänglichen Strom hat sie sich aus ner Autobatterie gezogen, deren Säure heut noch im Hausflur rumwabern würde, hätte man ihr nicht dezent gesagt, dass man das wirklich wegmachen kann.
Aus ihrem Wahn vor Stromdieben rennt sie alle 20 Minuten aus ihrer Kaschemme an den Sicherungskasten und knippst die Sicherungen an und aus. Behauptet dann, wir hätten ihren Stromkasten eingetreten (Ööhhh?) Und damit sie auch sieht, wer hier aussem Haus (!!!) ihr evtl. den Strom klauen könnte, läßt sie mit penetranter Beharrlichkeit ihre Wohnungs- Stalltür auf. Gut- an sich nix schlimmes- haben wir vor ihr auch oft getan. Warum auch nich´, gelle…ABER DANN fängt die Gute an, kreative Mahlzeiten auf ihrem Gasöfchen zu brutscheln und beim ersten Mal hab ich gedacht ich kotz ihr gleich vor die Füße- so ätzend hat das gestunken. Und klar: diese Koch- und ihre eigenen Ausdünstungen ziehen alle nach oben zu uns ins Dachgeschoß- mit voller Breitseite. Selbst die Wäsche auf´m Speicher nebenan kringelte sich vor Elend ( sprich der Gestank von ihr hing drin).
Mehrmals drauf angesprochen, sie möge doch bitte ihre Wohnungstür schließen- zumindest bei den multinationalen Kochversuchen, wurden wirklich rotzfrech ( und passend dem Slang von da, wo sie herkam- also asozial) zurückgewiesen. Ich drohte ihr mit einem Anruf bei der Vermieterin- tangierte sie überhaupt rein garnicht. Gut. Ich die Vermieterin angerufen, ihr unser Leid geklagt, diplomatisch auf die „psychische Befindlichkeit“ der neuen Mieterin hingewiesen und um Abhilfe gebeten. Ein paar Tage lang ging alles gut: Die Tür war zu, sie war ruhig ( leider bestätigte sich mein Wunsch, sie möge, da sie nie lüftet, an ihrem eigenen Gestank erstickt sein, nicht…) aber dann ging alles von vorne los. Mein Mann sachte, dass hätte sie schon wieder alles vergessen. Genauso wie sie vergißt, wann sie arbeiten muß und Krankenscheine nun wohl Alltag werden.
Ich dachte schon sehr zeitig an ein Hinweisschild in der Mitte des Flures unter uns:
„JOHANNITER-HOSPITAL, PSYCHIATRIE, Station P 4″ Zur Erläuterung: Das Johanniter ist, wie oben schon erwähnt, in Oberhausen und das einzigste mit dieser Spezifikation hier in der Nähe. Die Psychiatrie verfügt über 4 Stationen- P1 geschlossene bis P4 mit Ausgang. Wenn es jemand kennt, dann ich. Und deshalb weiß ich auch, wie diese Psychos ticken, hab sie schließlich selber oft genug erlebt. Ja und da der direkte Nachbar neben ihr im Frühjahr wegen seiner Saufereien ebenfalls dort Halt machte, dachte ich, ein Hinweisschild wäre doch ganz im Sinne von allen Normalos. (Achtung! Sie betreten hier die Danger Zone- Irre mit Auslauf-auf eigene Gefahr). Vielleicht kommt das noch. Das Schild mein ich.
Die sitzt ja selbst im Glashaus- mögen böse Zeitgenossen jetzt denken. Falsch. Ich weiß, dass ich bekloppt bin und erscheine deshalb auch in der Öffentlichkeit als reflektierte, intelligente Person. So wirklich „richtige Psychos“ differenzieren nicht mehr zwischen Scheinwelt und Realität- es gibt keine Grenze, alles verschwimmt ineinander.
Irgendwann hab ich ihr mal in nem Wutanfall ( ich impulsives Wesen….) an den Hohlraum über ihrem Hals geworfen, wie ätzend asozial sie doch wäre. Asozial in eigentlichem, ürsprünglichem Sinne- nämlich ohne Rücksicht auf andere. Sie hatte glaub ich in den Mülltonnen gewühlt und alles zusammengeschmissen warmgemacht. Anders kann man sich son nen Geruch nicht erklären… Der Gestank dieses „Essens“ hat mich wirklich fast komatös betäubt,- selbst die Lütte und der Köter rümpften entsetzt die Nasen. Also wieder die Vermieterin angerufen und vor Wut zitternd nochmals die Situation erklärt.
Der ganz böse, fahrlässige Hammer kommt letzte Woche von ihr und damit hat sie sich keine Freunde gemacht. Erstmal, als wichtiges Indiz sei der Vollmond zu nennen. D.h. der alkoholkranke Nachbar neben ihr frühmorgens schon dicht wie Hulle. Und sie hattet wohl auch gepackt. Ich sitz hier seligst angesichts des himmlischen Friedens ( Mann arbeiten, Kind Schule, Köter mit -Leckerchen bestochen- schnarchend in ihrem Stall) am Compi und mach son bissel homework als das Telefon schellt. Die Vermieterin dran. Smalltalk- man versteht sich gut und kann über alles miteinander reden. „Jaaa, die Frau <Psycho> – ich nenn ja keine Realdaten-hat sich über Sie beschwert.“ Ich noch im Scherz: „Was haben wir angestellt und wat wird et Sie kosten?“ Die Vermieterin lacht: „Jaaa, die Frau <Psycho> meint, Sie ( ich und mein Göttergatte) wären schon dreimal in ihre Wohnung eingebrochen und sie hätte jetzt schon zum 3. Male das Schloß wechseln müssen.“ Ich glaub et hackt. Ich komm humoristisch so richtig in Fahrt (ich hab das Talent, mir immer alles bildlich vorzustellen,- so auch hier…) und meine noch zu ihr:“ Wissen Sie doch, dass ich grad die Schlosserlehre mach und ein Übungsfeld brauch….“ -ohne momentan die Ernsthaftigkeit der Situation auf den Punkt zu bringen. Wir, die <Normalos> Profi- Einbrecher? Gasöfchen- Diebe? Autobatterie-Langfinger? Betten- Klauer? ÖHHMM….:))
Zusammen mit der Vermieterin fachsimple ich über dieses doch eigentlich typisch grenzwertige, zwangsneurotische Verhalten ( Wahn) und nach dem Satz „wie werden wir DIE denn wieder los“ überleg ich, ob ich der Frau <Psycho> nicht selber mal was schmackhaftes kochen sollte. Mit Haldol oder kleinem, wohldosiertem Valeron- Zusatz… Also aufgelegt mit dem Versprechen, mir bezüglich des Loswerdens was einfallen zu lassen und meinen Mann auf der Arbeit angerufen. Währenddessen höre ich die Gestörte eine Etage unter mir pseudomäßig an ihrem Wohnungsschloß herumfingern und der Besoffene von nebenan gibt lallend seine Kommentare dazu. Nurnochkopfschüttelnkann….:))
Kurz umrissen schildere ich ihm, was die Bekloppte sich nu´ wieder hat einfallen lassen. Gelassen, wie er ist, so reagiert er auch- der zeitweilig beste aller Ehemänner. Kaum ist er zuhause, erzählt er mir, was die <Psycho> zwischenzeitlich auf der (gemeinsamen) Arbeitsstelle getrieben hat: Und zwar kam sie mit nem Hackenporsche ( so ein Einkaufswagen mit Rollen), der ihre Bettwäsche inkludierte, zur Arbeit und behauptete dort, dass man in ihrer Wohnung eingebrochen habe und in ihrer (Bett-) Wäsche immer ein Mann gelegen habe/ liegen würde. Der Rückschluß: sie meint meinen Mann ohne es auszusprechen und jeder der anderen Angestellten weiß nun bescheid…Klar- Psycho- Logik: Wo keine (Bett-) Wäsche ist, da kann auch keiner drin liegen. Dann wird zwangs-schlussfolgernd die Wäsche eben mitgenommen. Nachvollziehbar.Schlüssig. ODER NICHT? Und der Gatte indirekt mal eben vor allen Leuten des Einbruchs beschuldigt.
Meinem Mann reichen die Faxen jetzt und er schreibt am gleichen Abend noch eine Strafanzeige und gibt sie am Tag darauf bei der Polizei ab. Die Sache rollt nun erst mal. Jetzt ist sie nicht nur städtisch/ gesundheitsamtlich bekannt, sondern auch polizeilich. Meine Nerven liegen ziemlich blank. Du kannst ja nicht alles auf ihre „Krankheit“ schieben- der wilde Westen beginnt hier…
Dann sucht sie sich mich aus. Ich komm so ahnungslos mit´m Köter vom Frühspatziergang, als sie, wie abgepaßt, direkt vor mir ihre Stalltüre aufreißt und mich mit erhobenen Händen bedroht, ich hätte ihr Handykabel geklaut. Ich hab nur nach meinem Mann geschrien, damit er diese Szene bloß mitkriegt. Hätte mir ja sonst keiner geglaubt, so ne Story. Angst hatte ich keine, nur ne schlichte, unbegreifliche Wut. Stell Dir vor, die greift die Lütte an? Oder jagt vor Wut die ganze Hütte mit ihrem Gas in die Luft? Langsam reicht et.
Nächster Akt nach diesem: sofort an das Telefon und erneut die Dame vom Psychiatrischen Dienst und natürlich unsere Vermieterin angerufen. Die eine kommt ruck zuck zu uns raus und gibt uns Ratschläge, wie wir sie am besten aussem Haus kriegen, die andere ist fassungslos und fragt, wie wir sie denn am besten aussem Haus kriegen könnten…unglaublich, die Story-.
Puuhh… drei, vier Tage Ruhe hier- die Psycho hat sich eingeschlossen, geht nicht arbeiten und läßt sich von ihrem Erfüllungsgehilfen und Co- Abhängigen ( der Trinker nebenan) Grundnahrungsmittel ( Wein und Zigaretten) besorgen. Sie verhält sich soo ruhig, dass ich erneut unruhig werde. Von Anfang an sach ich noch, die ist ne tickende Zeitbombe, die Frau. Vorige Woche seh ich den Brief von der Polizei in ihrem Postkasten, ein Tag lang, den zweiten, den dritten. Am vierten ist er dann raus. Der Brief. Also muß sie die Anzeige jetzt realisieren. In stiller Lähmung- ne, eigentlich- Habachtstellung, erwarten wir hier die nächste brisante Szene. Aber nach dem Besuch der Stadtdame (vom Psych. Dienst) und nach diesem Brief scheint sie wohl erstmal wie gelähmt. Ich würde eher sagen: DIE RUHE vor DEM STURM…
Wir haben vorgestern mal ein bißchen gegoggelt und rausgefunden, dass sie mit ihrem Ex- / Mann zusammen in Afrika Brunnen gebaut hat. Schade, dass sie nun, aus welchen Gründen auch immer, so abdreht- ihre Vita wäre sicherlich spannend und interessant gewesen und ich hätte ihr gerne zugehört. Wirklich. Und ich hab auch Mitleid mit ihr, schiebe mehr und mehr auf ihre Psychose. Das ist nicht gut, denn wie die Psychologin sagte: Die können sich bei aller Krankheit nicht benehmen wie die Axt im Walde. Und wenn da andere drunter leiden schon mal garnicht. Und die bestimmt hier im Haus schon die Stimmung. Unglaublich.
